Aufgelegt! – Hanging Up (2000)

Aufgelegt! (Hanging Up) ist eine US-amerikanische Tragikomödie aus dem Jahr 2000. Regie führte Diane Keaton, die zugleich eine der Hauptrollen übernahm. Das Drehbuch schrieben die Schwestern Delia und Nora Ephron nach Delias gleichnamigem Roman aus dem Jahr 1995, der teilweise auf persönlichen Familienerfahrungen basiert.

In den Hauptrollen sind Meg Ryan als Eve, Diane Keaton als Georgia und Lisa Kudrow als Maddy zu sehen. Ihren Vater Lou verkörpert Walter Matthau, während Adam Arkin und Cloris Leachman weitere Rollen übernehmen.

Der Film kam am 18. Mai 2000 in die deutschen Kinos und hat eine Laufzeit von rund 94 Minuten. Für Walter Matthau war es seine letzte Filmrolle. Er starb am 1. Juli 2000.

Trotz der prominenten Besetzung fiel die zeitgenössische Kritik überwiegend negativ aus. Bei Rotten Tomatoes erreicht der Film lediglich 13 Prozent positive Kritikerwertungen, während Metacritic einen Wert von 33 von 100 Punkten ausweist.

Eine Auszeichnung erhielt Lisa Kudrow bei den Teen Choice Awards 2000 für einen besonders auffälligen Gefühlsausbruch. Das Schauspielerinnentrio wurde allerdings auch für einen Negativpreis nominiert.

Die drei Schwestern Eve, Georgia und Maddy führen vollkommen unterschiedliche Leben. Georgia ist eine erfolgreiche Herausgeberin eines Lifestyle-Magazins, Maddy versucht sich als Schauspielerin und Eve arbeitet als Veranstaltungsplanerin, während sie gleichzeitig ihre eigene Familie versorgt.

Als sich der Gesundheitszustand ihres Vaters Lou zunehmend verschlechtert, müssen sich die Schwestern mit seiner Pflege und dem bevorstehenden Abschied auseinandersetzen.

Doch während Georgia und Maddy vor allem mit ihrem eigenen Leben beschäftigt sind, bleibt ein Großteil der Verantwortung an Eve hängen.

Sie organisiert Arztbesuche, kümmert sich um ihren Vater, versucht ihre beruflichen Verpflichtungen zu erfüllen und soll nebenbei auch noch die Probleme ihrer Schwestern lösen.

Das Telefon wird dabei zum ständigen Begleiter. Kaum ist ein Gespräch beendet, klingelt es erneut. Informationen werden weitergegeben, Missverständnisse entstehen und jeder scheint etwas von Eve zu wollen.

Währenddessen verschlechtert sich Lous Zustand weiter. Er leidet unter Demenz und wird zunehmend verwirrter. Für die Schwestern bedeutet das nicht nur die Auseinandersetzung mit seinem bevorstehenden Tod, sondern auch mit ihrer gemeinsamen Vergangenheit und einer schwierigen Familiengeschichte.

Schließlich müssen sie sich fragen, wie viel sie einander tatsächlich bedeuten und ob ihre familiäre Verbundenheit über die vielen Jahre des Streits und der gegenseitigen Enttäuschungen hinweg Bestand haben kann.

Aufgelegt! im Jahr 2026 anzuschauen, war für mich tatsächlich ein ziemlicher Krampf.

Dabei liegt es nicht einmal daran, dass der Film inzwischen über 25 Jahre alt ist. Ich schaue durchaus gerne ältere Produktionen. Aber selten hat mich das Verhalten der Figuren so sehr angestrengt wie hier.

Wie kann man ein derart chaotisches Leben führen und es gleichzeitig nicht schaffen, sich auch nur für einen Moment auf etwas anderes als das nächste klingelnde Telefon zu konzentrieren?

Gefühlt besteht der halbe Film daraus, dass irgendjemand anruft, während bereits ein anderes Gespräch läuft, im Hintergrund das nächste Problem wartet und Eve wieder einmal versucht, alles gleichzeitig zu erledigen.

Natürlich verstehe ich, dass genau dieses Chaos beabsichtigt ist. Der Film möchte zeigen, wie sehr eine Frau zwischen ihren familiären und beruflichen Verpflichtungen aufgerieben wird. Eve ist praktisch die zentrale Anlaufstelle für sämtliche Probleme ihrer Familie, während ihre Schwestern einen großen Teil der Verantwortung auf sie abwälzen.

Doch anstatt Mitgefühl für ihre Überforderung zu entwickeln, war ich irgendwann einfach nur noch genervt.

Es ist ja nicht so, dass die Figuren grundsätzlich keine Möglichkeit hätten, ihr Leben anders zu organisieren. Aber niemand scheint auch nur auf die Idee zu kommen, klare Grenzen zu setzen, vernünftig miteinander zu sprechen oder bestimmte Aufgaben einfach einmal nacheinander zu erledigen.

Stattdessen wird hektisch telefoniert, durcheinandergeredet und von einer vermeintlichen Katastrophe zur nächsten gesprungen.

Vielleicht sollte das im Jahr 2000 besonders modern, turbulent und witzig wirken. Für mich war es 2026 vor allem anstrengend.

Dabei hätte die Geschichte durchaus Potenzial gehabt.

Im Mittelpunkt steht schließlich eine Familie, deren Vater schwer erkrankt ist und sich dem Ende seines Lebens nähert. Seine Demenz, die schwierige Beziehung zu seinen Töchtern und die Frage, wie Angehörige mit einer solchen Situation umgehen, bieten eigentlich genügend Stoff für ein berührendes Familiendrama.

Doch gerade dieser Teil der Geschichte hat mich eher irritiert.

War Alzheimer beziehungsweise Demenz damals noch ein so fremdes Thema? Oder sollte der Umgang mit dem Vater tatsächlich komisch sein?

Natürlich war Demenz auch im Jahr 2000 längst bekannt. Dennoch hat sich unser gesellschaftliches Verständnis von der Erkrankung und insbesondere vom Umgang mit Betroffenen seitdem weiterentwickelt.

Was mich am Film stört, ist weniger, dass Lou schwierig oder verwirrt dargestellt wird. Vielmehr bleibt häufig unklar, ob sein Verhalten seiner Erkrankung, seinem ohnehin schwierigen Charakter oder einfach dem gewünschten Humor des Films geschuldet ist.

Gerade weil der Vater zunehmend hilfsbedürftig wird, hätte ich mir gewünscht, dass die Geschichte diesem Thema mehr Aufmerksamkeit schenkt.

Stattdessen steht immer wieder das Chaos seiner Töchter im Vordergrund.

Besonders Eve übernimmt beinahe sämtliche Verantwortung, während Georgia und Maddy mit ihren eigenen Angelegenheiten beschäftigt sind. Dass eine solche ungleiche Verteilung der Pflege und Betreuung innerhalb einer Familie zu Konflikten führen kann, ist durchaus realistisch.

Nur hätte man daraus meiner Meinung nach wesentlich mehr machen können.

Auch die eigentliche Botschaft des Films hat mich nicht überzeugt.

Soll man am Ende einfach seine Schwestern mehr schätzen? Sich daran erinnern, dass die Familie trotz aller Schwierigkeiten zusammenhält? Oder erkennen, dass man nicht jedes Problem allein lösen muss?

Vermutlich möchte Aufgelegt! all diese Dinge vermitteln. Doch keine dieser Aussagen hat mich wirklich erreicht.

Denn die Schwestern verbringen einen großen Teil des Films damit, sich gegenseitig auf die Nerven zu gehen, aneinander vorbeizureden und ihre Verantwortung unterschiedlich ernst zu nehmen. Dass sie angesichts des drohenden Verlusts ihres Vaters wieder zueinanderfinden sollen, ist als Grundidee nachvollziehbar. Die emotionale Entwicklung dorthin empfand ich allerdings als wenig überzeugend.

Dabei ist die Besetzung eigentlich hervorragend.

Meg Ryan, Diane Keaton und Lisa Kudrow gehören zu den bekanntesten Schauspielerinnen ihrer Generation. Auch Walter Matthau bringt als Vater eine enorme Erfahrung mit. Man sollte also meinen, dass eine solche Besetzung zumindest für unterhaltsame Figuren sorgt.

Doch selbst diese Namen konnten für mich das Problem nicht lösen, dass mich die Charaktere schlichtweg nicht interessierten.

Interessanterweise ging es vielen Kritikern bereits bei der Veröffentlichung ähnlich. Roger Ebert bemängelte damals unter anderem, dass der Film mehr mit dem hektischen Lebensstil der Frauen beschäftigt sei als mit dem bevorstehenden Abschied von ihrem Vater. Auch andere Rezensionen kritisierten die übertriebene Emotionalität und die wenig überzeugende Mischung aus Komödie und Familiendrama.

Das finde ich besonders bemerkenswert, denn offenbar liegt mein Eindruck nicht einfach daran, dass ich einen Film aus dem Jahr 2000 mit heutigen Augen betrachte. Schon damals empfanden viele Zuschauer und Kritiker die Geschichte als überladen und wenig gelungen.

Und tatsächlich frage ich mich, was von Aufgelegt! eigentlich übrig bleibt, wenn man das permanente Telefonieren einmal weglässt.

Eine schwierige Vater-Tochter-Beziehung? Eine Geschichte über die Belastung pflegender Angehöriger? Drei Schwestern, die wieder zueinanderfinden sollen?

All das hätte interessant sein können. Aber für mich geht es im ständigen Durcheinander unter.

Aufgelegt! ist deshalb einer dieser Filme, bei denen ich trotz bekannter Darsteller und eines durchaus ernsten Themas kaum etwas Positives mitnehmen konnte.

Vielleicht sollte genau das die Moral der Geschichte sein. Dass man manchmal einfach auflegen muss, um sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Nur hätte ich mir gewünscht, dass der Film selbst diesen Rat etwas früher beherzigt hätte.

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