All das Ungesagte zwischen uns – Regretting You

All das Ungesagte zwischen uns – Regretting You ist ein US-amerikanisch-deutsches Liebes- und Familiendrama aus dem Jahr 2025. Der Originaltitel lautet Regretting You. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman der US-amerikanischen Bestsellerautorin Colleen Hoover, der 2019 erschien und 2020 in deutscher Übersetzung veröffentlicht wurde.

Regie führte Josh Boone, der bereits mit Das Schicksal ist ein mieser Verräter (2014) eine erfolgreiche Literaturverfilmung inszenierte. Das Drehbuch stammt von Susan McMartin. Die Produktion entstand unter Beteiligung von Constantin Film; gedreht wurde unter anderem in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia.

Die Hauptrollen übernehmen Allison Williams als Morgan Grant und Mckenna Grace als deren Tochter Clara. Zum weiteren Ensemble gehören Dave Franco als Jonah Sullivan, Mason Thames als Miller Adams, Scott Eastwood als Chris Grant und Willa Fitzgerald als Jenny Davidson.

Der Film kam am 23. Oktober 2025 in die deutschen Kinos, hat eine Laufzeit von rund 116 Minuten und ist ab zwölf Jahren freigegeben. Nach Nur noch ein einziges Mal – It Ends With Us (2024) handelt es sich um eine weitere Verfilmung eines Romans von Colleen Hoover.

Morgan Grant wurde bereits mit 19 Jahren Mutter. Während sie ihre eigenen Wünsche und Zukunftspläne weitgehend zurückstellte, möchte ihre inzwischen 16-jährige Tochter Clara genau das vermeiden. Clara will ihre eigenen Erfahrungen machen, sich verlieben und selbst über ihr Leben entscheiden. Die unterschiedlichen Vorstellungen führen immer wieder zu Spannungen zwischen Mutter und Tochter.

Als Claras Vater Chris und Morgans Schwester Jenny bei einem Autounfall ums Leben kommen, verändert sich das Leben der Familie schlagartig. Beide Frauen müssen einen schweren Verlust verarbeiten, doch während Clara um ihren Vater trauert, erfährt Morgan etwas, das ihre Erinnerungen an ihre Ehe und ihre Familie infrage stellt.

Gemeinsam mit Jonah, Jennys langjährigem Partner, entdeckt Morgan Hinweise darauf, dass Chris und Jenny möglicherweise eine Affäre hatten. Die beiden stehen nun vor der schwierigen Entscheidung, ob sie Clara die Wahrheit sagen oder ihr das Andenken an ihren Vater bewahren sollen.

Während Morgan mit ihrer Trauer, der möglichen Untreue ihres Mannes und längst verdrängten Gefühlen kämpft, findet Clara Trost bei Miller Adams, einem Jungen aus ihrer Schule. Doch die Geheimnisse ihrer Mutter und die zunehmenden Missverständnisse zwischen beiden erschweren ihre Beziehung zusätzlich.

Im Mittelpunkt steht damit nicht nur der Verlust zweier geliebter Menschen, sondern vor allem die Frage, wie viel Wahrheit eine Familie ertragen kann und ob gut gemeintes Schweigen nicht manchmal mehr Schaden anrichtet als die Wahrheit selbst.

Regretting You beschäftigt sich mit Trauer, enttäuschter Liebe, verpassten Chancen und den Geheimnissen, die innerhalb einer Familie entstehen können. Die Geschichte verbindet dabei zwei unterschiedliche Perspektiven: die einer Mutter, die ihr Leben früh auf ihre Familie ausgerichtet hat, und die ihrer Tochter, die gerade erst beginnt, ihren eigenen Weg zu finden.

Besonders interessant ist der Gegensatz zwischen den beiden Frauen. Morgan möchte Clara vor denselben Fehlern bewahren, die sie selbst in jungen Jahren gemacht zu haben glaubt. Clara empfindet diese Fürsorge dagegen häufig als Einmischung. Nach dem tragischen Unfall wird aus dieser ohnehin angespannten Beziehung ein noch schwierigeres Miteinander, weil beide auf unterschiedliche Weise trauern und wichtige Dinge unausgesprochen bleiben.

Damit greift der Film ein durchaus nachvollziehbares Problem auf. Eltern möchten ihre Kinder schützen und entscheiden deshalb manchmal, bestimmte Wahrheiten lieber für sich zu behalten. Doch was passiert, wenn ausgerechnet dieses Schweigen dazu führt, dass Vertrauen verloren geht? Und wer darf überhaupt entscheiden, welche Wahrheit ein anderer Mensch verkraften kann?

Die Besetzung funktioniert dabei gut. Allison Williams vermittelt Morgans innere Zerrissenheit zwischen Trauer, Wut und Verantwortung, während Mckenna Grace die emotionale und teilweise widersprüchliche Gefühlswelt einer Jugendlichen glaubwürdig darstellt. Auch die beiden Liebesgeschichten sorgen dafür, dass der Film trotz seines ernsten Ausgangspunkts nicht ausschließlich von Verlust und Traurigkeit bestimmt wird.

Tatsächlich reiht der Film mehrere emotionale Konflikte aneinander: einen tragischen Unfall, einen möglichen Ehebruch, alte Gefühle, familiäre Geheimnisse und gleich zwei Liebesgeschichten. Dadurch entsteht stellenweise der Eindruck, dass die Handlung unbedingt möglichst viele Gefühle gleichzeitig auslösen möchte.

Die eigentliche Frage, wie Mutter und Tochter nach einem solchen Verlust wieder zueinanderfinden können, hätte dabei durchaus noch mehr Raum verdient. Gerade die schwierige Entscheidung, ob Morgan ihrer Tochter die Wahrheit über deren Vater erzählen sollte, bietet genügend Stoff für ein intensives Familiendrama.

Andererseits muss nicht jede Literaturverfilmung ihre Themen bis ins letzte Detail psychologisch ausarbeiten. Regretting You erzählt eine leicht zugängliche Geschichte über familiäre Beziehungen, erste Liebe und die Möglichkeit, nach einem schweren Schicksalsschlag wieder nach vorne zu blicken.

Für mich bleibt der Film insgesamt im Mittelfeld. Er ist weder besonders schlecht noch außergewöhnlich beeindruckend. Die Geschichte lässt sich gut verfolgen und besitzt einige emotionale Momente, ohne dabei wirklich nachhaltig in Erinnerung zu bleiben.

Vielleicht liegt das auch daran, dass viele Entwicklungen wenig Raum bekommen. Die schwierige Mutter-Tochter-Beziehung, das Familiengeheimnis und die zweite Chance auf eine alte Liebe sind Motive, die man bereits aus zahlreichen anderen romantischen Dramen kennt aber in einen Film gepackt vielleicht etwas knapp.

All das Ungesagte zwischen uns – Regretting You ist damit ein solider Film für einen ruhigen Abend, der seine Themen verständlich vermittelt, aber nur selten über die bekannten Muster des Genres hinausgeht. Er hat mich weder besonders begeistert noch enttäuscht – und manchmal bleibt nach einem Film eben genau dieser Eindruck zurück.

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