Lovely Runner

Lovely Runner – Die schöne Läuferin ist eine südkoreanische Fantasy-Romance aus dem Jahr 2024. Der koreanische Originaltitel lautet 선재 업고 튀어. Die Serie basiert auf dem Webroman Tomorrow’s Best von Kim Bbang und wurde vom 8. April bis zum 28. Mai 2024 beim südkoreanischen Sender tvN ausgestrahlt. International erschien sie unter anderem über Viki.

Das Drehbuch stammt von Lee Si-eun, Regie führten Yoon Jong-ho und Kim Tae-yeop. Insgesamt umfasst die Serie 16 Episoden mit einer Laufzeit von etwa 60 bis 74 Minuten.

In den Hauptrollen spielen Kim Hye-yoon als Im Sol und Byeon Woo-seok als Ryu Sun-jae. Zur weiteren Besetzung gehören unter anderem Song Geon-hee als Kim Tae-sung, Lee Seung-hyub als Baek In-hyuk, Jung Young-joo, Song Ji-ho und Kim Won-hae.

Die Serie verbindet romantische Komödie und Coming-of-Age-Geschichte mit Fantasy und Thriller. Dabei springt die Handlung mehrfach zwischen unterschiedlichen Zeitlinien und Lebensabschnitten ihrer Figuren hin und her.

Im Sol ist ein großer Fan des erfolgreichen Sängers und Schauspielers Ryu Sun-jae. Nach einem Unfall sitzt sie im Rollstuhl und hatte in einer besonders schweren Phase ihres Lebens ausgerechnet durch Sun-jaes Worte neuen Lebensmut gefunden. Als sie Jahre später von seinem plötzlichen Tod erfährt, bricht für sie eine Welt zusammen.

Doch eine Uhr ermöglicht Sol das Unmögliche: Sie wird ins Jahr 2008 zurückversetzt und findet sich wieder in ihrem 19-jährigen Körper. Sun-jae ist zu diesem Zeitpunkt noch kein berühmtes Idol, sondern ein Schüler, der von einer Karriere als Schwimmer träumt. Sol erkennt darin ihre Chance. Wenn sie die Vergangenheit verändern kann, könnte sie vielleicht auch verhindern, dass Sun-jae Jahre später stirbt.

Das erweist sich jedoch als wesentlich komplizierter als gedacht. Jede Veränderung hat Konsequenzen und Sol muss mehrfach erleben, dass sich ein Schicksal zwar verändern lässt, dadurch aber an anderer Stelle etwas Neues entsteht. Gleichzeitig erfährt sie immer mehr über Sun-jae und muss erkennen, dass ihre Verbindung lange vor dem Zeitpunkt begann, an dem sie glaubte, ihn kennengelernt zu haben.

Lovely Runner ist eine dieser seltenen Serien (wie Business Proposal, King The Eternal Monarch, Teach You a Lesson oder Crash Landing on You), bei denen egal wieviele Episoden einfach nicht genug sind. Im Gegenteil: Keine der 16 Episoden in dieser Serie fühlt sich für mich verschwendet an und am Ende hätte die Geschichte gern unendlich laufen dürfen.

Das liegt vor allem daran, dass die Zeitschleifen nicht nur dazu benutzt werden, Sol und Sun-jae immer wieder auseinanderzureißen und zusammenzuführen. Jede neue Zeitlinie verändert Kleinigkeiten, Beziehungen und Lebenswege. Manche davon wirken zunächst vollkommen nebensächlich und bekommen erst später ihre eigentliche Bedeutung.

Natürlich steht die Beziehung zwischen Sol und Sun-jae im Mittelpunkt. Kim Hye-yoon und Byeon Woo-seok schaffen es, ihre Figuren gleichzeitig unglaublich romantisch, lustig und tragisch wirken zu lassen. Besonders schön ist dabei die Idee, dass sich zwar die Umstände und Erinnerungen verändern können, ihre Verbindung aber immer wieder einen Weg zurückfindet. Als ob das Schicksal nie vorhatte sie zu trennen und ihnen stattdessen immer wieder eine neue Chance gibt.

Für mich steckt einer der interessantesten Teile der Geschichte allerdings in einer vermeintlichen Nebenfigur: Kim Tae-sung. Besonders wichtig ist dabei die Beziehung zu seinem Vater. Die Szenen zwischen den beiden wirken zunächst wie ein weiterer kleiner Nebenstrang. Rückblickend wird jedoch deutlich, wie entscheidend Tae-sungs eigener Lebensweg für die gesamte Geschichte ist. Sol verändert bei ihren Reisen in die Vergangenheit nämlich nicht nur Sun-jaes Leben. Sie beeinflusst auch Tae-sung – und jede neue Zeitlinie bringt ihn ein kleines Stück näher zu dem Menschen, der er am Ende wird.

Aus dem rebellischen Jugendlichen wird schließlich ein Polizist. Und ausgerechnet diese Entwicklung ist am Ende der entscheidenden Faktoren dafür, dass der Kreislauf tatsächlich durchbrochen werden kann. Die Serie versteckt damit einen entscheidenden Teil ihrer Lösung ausgerechnet im Lebensweg eines Charakters, den man anfangs leicht nur als klassischen zweiten Love Interest einordnen könnte.

Genau deshalb ist für mich auch die Szene zwischen Tae-sung und seinem Vater gegen Ende der Serie eine Schlüsselszene. Seine Entwicklung passiert nicht plötzlich im Finale. Die einzelnen Zeitschleifen verändern nach und nach sein Verhältnis zu anderen Menschen, seine Entscheidungen und schließlich seine Zukunft. Sol versucht die ganze Zeit verzweifelt, Sun-jaes Schicksal direkt zu verändern. Am Ende liegt ein entscheidender Schlüssel aber in einem Leben, das sie scheinbar nur nebenbei verändert hat.

Das macht die Zeitreisegeschichte überraschend rund. Bei diesem Genre besteht schnell die Gefahr, dass Regeln irgendwann nicht mehr funktionieren oder Veränderungen nur dann Konsequenzen haben, wenn das Drehbuch sie gerade benötigt. Lovely Runner schafft es dagegen, viele kleine Entwicklungen später wieder aufzugreifen. Nicht jede Frage wird mathematisch perfekt beantwortet – aber emotional ergibt die Geschichte Sinn.

Auch das Tempo empfinde ich als große Stärke. Die Serie nimmt sich Zeit für Romance, Freundschaften, Familie und Humor, ohne dass die Handlung dadurch für mich stehen bleibt. Gerade deshalb wirken die Figuren irgendwann nicht mehr wie Charaktere, deren Geschichte man verfolgt, sondern wie Menschen, von denen man sich nach 16 Folgen eigentlich noch gar nicht verabschieden möchte.

Und offenbar ging es damit nicht nur mir so. Das Finale wurde auch international besonders positiv aufgenommen; TIME bezeichnete Lovely Runner nach seinem Ende sogar als eines der besten K-Dramas des Jahres und hob hervor, wie gut die Serie trotz ihrer komplizierten Zeitschleifen emotional zusammenfindet. Auch Tae-sungs letztliche Bedeutung für das Durchbrechen des Kreislaufs wurde dabei ausdrücklich hervorgehoben.

Für mich ist Lovely Runner deshalb nicht einfach nur eine schöne K-Drama-Romance. Es ist eine Geschichte darüber, wie eine einzige Begegnung das Leben eines Menschen verändern kann – und wie diese Veränderung wiederum das Leben anderer beeinflusst. Sol reist immer wieder zurück, um einen bestimmten Menschen zu retten. Am Ende hat sie dabei jedoch weit mehr verändert als nur Sun-jaes Schicksal.

Eine winzige Kleinigkeiten die mir durchaus aufgefallen ist: haben die alle so eine schwache Blase oder wieso muss dort gefühlt jeder plötzlich und ohne Vorwarnung fast lebensbedrohend dringend aufs Klo.

Ich hätte mir außerdem ein Wiedersehen von Eclipse in voller Stärke gewünscht, vielleicht bei einer Hochzeit als Überraschung aber ganz sicher nicht bei einem Kindergeburtstag. Sondern richtig. Ich würde die Musik sonst vermissen.

Der Antrag war perfekt. Auf die Idee muss man erstmal kommen.

Also einziger Kritikpunkt: das sie zu Ende ist. *heul*

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