Along With the Gods: The Two Worlds

Along With the Gods: The Two Worlds (koreanisch: 신과함께-죄와 벌) ist ein südkoreanischer Fantasy- und Actionfilm aus dem Jahr 2017 unter der Regie von Kim Yong-hwa. Der Film basiert auf dem beliebten Webtoon von Joo Ho-min. Besetzt ist der Film unter anderem mit Ha Jung-woo, Cha Tae-hyun, Ju Ji-hoon, Kim Hyang-gi und Kim Dong-wook.

Im Mittelpunkt steht der Feuerwehrmann Kim Ja-hong, der bei einem Rettungseinsatz stirbt. Nach seinem Tod wird er von drei sogenannten Wächtern des Jenseits empfangen: Gang-rim, Hae Won-maek und Deok-chun. Gemeinsam muss Ja-hong innerhalb von 49 Tagen sieben Gerichtsverfahren in sieben verschiedenen Höllen durchlaufen. Nur wenn er diese Prüfungen besteht, darf er wiedergeboren werden.  

Dabei wird nicht einfach nur beurteilt, ob Ja-hong ein guter Mensch war. Die Prüfungen konfrontieren ihn mit seinen Entscheidungen, seiner Vergangenheit und vor allem mit seiner Familie. Parallel dazu entwickelt sich eine zweite Handlung rund um einen Rachegeist, wodurch die Geschichte zwischen der Welt der Lebenden und dem Jenseits wechselt und verwoben wird.

Was mir an Along With the Gods besonders gefällt, ist die ungewöhnliche Mischung aus koreanischer Mythologie, Fantasy, Action und einem sehr emotionalen Familiendrama. Die Idee, dass ein Verstorbener nach seinem Tod für sein gesamtes Leben vor Gericht gestellt wird, ist spannend.

Korea hat über Jahrhunderte verschiedene religiöse und philosophische Traditionen miteinander verbunden. Buddhismus, Konfuzianismus und koreanischer Schamanismus haben die koreanische Kultur wesentlich geprägt. Das Korean Cultural Center beschreibt insbesondere Buddhismus und Konfuzianismus als besonders einflussreich für das koreanische kulturelle Erbe.  
Deshalb kann ein moderner Koreaner beispielsweise Christ sein und trotzdem mit traditionellen Vorstellungen von Geistern, Ahnen, Schicksal oder dem Jenseits vertraut sein. Das bedeutet nicht automatisch, dass er an Wiedergeburt glaubt.

Was in K-Dramen und koreanischen Filmen vorkommt, ist nicht unbedingt das, was die Mehrheit der Koreaner tatsächlich glaubt. Vieles gehört inzwischen zur kulturellen Mythologie und zum Storytelling. Along With the Gods ist dafür ein perfektes Beispiel.

Der Film bedient sich stark an buddhistischen Vorstellungen.
Nach bestimmten buddhistischen Vorstellungen durchläuft ein Verstorbener nach seinem Tod einen Zeitraum von 49 Tagen, bevor es zur nächsten Wiedergeburt kommt. Während dieser Zeit finden verschiedene Rituale statt. Die Vorstellung von sieben Prüfungen innerhalb dieser 49 Tage wurde für Along With the Gods besonders stark ausgeschmückt.  

49 Tage → sieben Gerichte/Höllen → Beurteilung der Taten → Karma → Wiedergeburt

Allerdings ist der Film keine authentische Darstellung des Buddhismus. Er vermischt verschiedene Traditionen. Die wissenschaftliche Literatur beschreibt Along With the Gods beispielsweise als Mischung aus buddhistischen Vorstellungen, koreanischer Mythologie und schamanistischen Traditionen.

Auch die Idee, dass die Seele nach dem Tod von verschiedenen Richtern bzw. Königen der Unterwelt beurteilt wird, hat einen langen kulturellen Hintergrund.

Der Film macht daraus sieben spektakuläre Fantasy-Gerichte:

  • Mord
  • Faulheit
  • Lüge
  • Ungerechtigkeit
  • Verrat
  • Gewalt
  • Verletzung der kindlichen Pflichten gegenüber den Eltern

Gerade filial piety / 효 (hyo) ist dabei sehr koreanisch geprägt. Die Vorstellung, dass die Beziehung zu den Eltern und die Erfüllung familiärer Pflichten moralisch enorm wichtig sind, ist stark vom Konfuzianismus geprägt. Das erklärt auch, warum die Familie im Film eine so enorme Bedeutung bekommt.

Along With the Gods ist deshalb weniger ein „buddhistischer Film“ als eine Art koreanischer kultureller Mix:

Buddhismus → Karma, Wiedergeburt, 49 Tage, Hölle
Koreanischer Schamanismus → Geister, Unterwelt, Vermittler zwischen Lebenden und Toten
Konfuzianismus → Familie, Ahnen, Respekt gegenüber Eltern, moralische Pflichten
Moderne koreanische Gesellschaft → Schuld, Verantwortung und die Frage, ob ein Mensch wirklich gut oder schlecht ist

Und genau deshalb funktioniert die Geschichte auch für ein Publikum, das überhaupt nicht religiös ist.

Optisch ist der Film ok. Die verschiedenen Höllen unterscheiden sich deutlich voneinander und geben dem Film einen fast epischen Charakter. Gleichzeitig schafft es die Geschichte immer wieder, von spektakulärer Fantasy zurück zu sehr persönlichen und emotionalen Momenten zu wechseln. Dabei heben einige bekannte koreanische Schauspieler das Ganze noch hervor. Kim Hae-sook kennt jeder der mindestens ein bekanntes Drama schonmal gesehen hat. Sie ist die Oma die sich jeder wünscht und trotz ihres kurzen Auftritts schafft sie enorme Präsenz. Zeitlich wird zu wenig im Film auf die 49 Tage verwiesen. Es wird zwar erwähnt, dass scheinbar die Zeit in der Hölle schnelelr vergeht und man bekommt auch einen Blick auf den Nachthimmel aber das kann man leicht überhören/übersehen.

Die Geschichte zeigt letzendlich, dass hinter den vermeintlich einfachen Entscheidungen eines Menschen oft eine viel größere Geschichte stecken kann die ihm selbst nicht bekannt ist.

Besonders interessant finde ich den Gedanken hinter den sieben Prüfungen: Nicht nur die großen Verbrechen eines Menschen zählen, sondern auch seine Motive, seine Beziehungen und die Konsequenzen seiner Entscheidungen. Dadurch wird der Film irgendwann weniger zu einem Fantasy-Abenteuer und mehr zu einer Geschichte über Schuld, Vergebung und Familie.

Und wenn man den Film mag, sollte man direkt wissen: The Two Worlds ist erst der erste Teil. Die Geschichte wird in Along With the Gods: The Last 49 Days fortgesetzt.

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