The One About Matthew Perry

The One About Matthew Perry ist eine dreiteilige US-amerikanische Dokumentarserie, die am 27. Oktober 2026 auf Netflix veröffentlicht wurde. Die Episoden dauern jeweils ungefähr eine Stunde.

Regie führte Mary Robertson, die bereits an Dokumentarproduktionen wie Quiet on Set: The Dark Side of Kids TV beteiligt war. Produziert wurde die Serie von Maxine Productions, einem Unternehmen von Sony Pictures Television.

Im Mittelpunkt steht das Leben des US-amerikanisch-kanadischen Schauspielers Matthew Perry, der vor allem durch seine Rolle als Chandler Bing in der erfolgreichen Sitcom Friends weltberühmt wurde.

Die Dokumentation lässt Menschen zu Wort kommen, die Perry über viele Jahre persönlich kannten. Dazu gehören seine jüngere Schwester Mia Perry Bowick, seine langjährigen Freunde Roger Castillo und David Pressman sowie ehemalige Kollegen und Wegbegleiter.

Ergänzt werden ihre Erinnerungen durch bisher unveröffentlichte Familienaufnahmen, Fotografien und Archivmaterial.

Die Serie erschien nahezu auf den Tag genau drei Jahre nach Perrys Tod am 28. Oktober 2023. Er wurde nur 54 Jahre alt.

Als Matthew Perry 1994 die Rolle des Chandler Bing in Friends übernahm, veränderte sich sein Leben schlagartig.

Die Serie entwickelte sich zu einem der größten Fernseherfolge ihrer Zeit. Gemeinsam mit Jennifer Aniston, Courteney Cox, Lisa Kudrow, Matt LeBlanc und David Schwimmer wurde Perry zu einem international bekannten Star.

Besonders sein trockener Humor, seine schnellen Bemerkungen und seine Fähigkeit, selbst alltägliche Situationen komisch wirken zu lassen, machten Chandler zu einer der beliebtesten Figuren der Serie.

Doch während Perry Millionen Menschen zum Lachen brachte, kämpfte er privat mit schweren Suchtproblemen.

Die Dokumentation zeichnet seinen Weg von den ersten Schauspielversuchen über den enormen Erfolg von Friends bis hin zu den wiederkehrenden Phasen von Abhängigkeit, Entzug und Rückfällen nach.

Dabei wird deutlich, wie sehr Alkohol und Medikamente sein Leben über Jahrzehnte bestimmten. Selbst während seiner erfolgreichsten beruflichen Jahre war Perry mit gesundheitlichen und persönlichen Problemen konfrontiert, die für Außenstehende oft kaum sichtbar waren.

Gleichzeitig zeigen seine Angehörigen und Freunde eine andere Seite des Schauspielers. Sie erinnern sich an einen humorvollen, großzügigen und hilfsbereiten Menschen, der trotz seiner eigenen Schwierigkeiten versuchte, anderen Betroffenen zu helfen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den letzten Jahren seines Lebens und den Umständen seines Todes.

Perry hatte sich wiederholt wegen seiner Abhängigkeit behandeln lassen. Im Oktober 2023 starb er schließlich an den akuten Auswirkungen von Ketamin. Die Ermittlungen ergaben später, dass mehrere Personen an der illegalen Beschaffung beziehungsweise Verabreichung des Mittels beteiligt waren.

Friends gehört für mich zu den Serien, die man auch nach vielen Jahren immer wieder gerne anschauen kann. Die Figuren, ihre Freundschaften und natürlich der Humor haben nichts von ihrem Charme verloren.

Gerade deshalb ist es traurig, sich vor Augen zu führen, wie schwierig das Leben eines der bekanntesten Darsteller hinter den Kulissen tatsächlich war.

Matthew Perry hat als Chandler Bing Millionen Menschen zum Lachen gebracht. Seine Figur war schlagfertig, manchmal unsicher, häufig sarkastisch und gerade deshalb unglaublich liebenswert.

Doch während wir ihn auf dem Bildschirm als Teil einer fröhlichen Freundesgruppe erlebten, kämpfte er privat über viele Jahre mit einer schweren Suchterkrankung.

Besonders interessant sind dabei die Erinnerungen seiner Familie und seiner langjährigen Freunde. Sie kannten nicht nur den berühmten Schauspieler, sondern auch den Menschen, der bereits vor seinem großen Durchbruch Teil ihres Lebens gewesen war.

Dadurch entsteht ein persönlicheres Bild, als es die zahlreichen Schlagzeilen über seine Abhängigkeit und seinen Tod vermitteln konnten.

Die Dokumentation zeigt nicht ausschließlich die schwierigen Seiten seines Lebens. Sie erinnert auch daran, wie viel Perry anderen Menschen bedeutete und wie wichtig es ihm war, Betroffenen mit ähnlichen Problemen zu helfen.

Er sprach öffentlich über seine Suchterkrankung, schrieb darüber in seiner Autobiografie und engagierte sich dafür, anderen Menschen auf ihrem Weg aus der Abhängigkeit zu helfen.

Dass ein Mensch schwer abhängig ist und immer wieder rückfällig wird, ist bereits traurig genug. Doch dass andere Menschen eine solche Situation ausnutzen, anstatt die betroffene Person zu schützen oder ihr zumindest keine weiteren gefährlichen Substanzen zu beschaffen, macht die Geschichte noch bedrückender.

Die strafrechtlichen Ermittlungen führten zu Verfahren gegen fünf Personen, darunter zwei Ärzte, einen Drogenhändler, eine Drogenhändlerin und Perrys persönlichen Assistenten. Bis Mai 2026 wurden alle fünf verurteilt beziehungsweise strafrechtlich sanktioniert. Wobei mir die relativ geringen Strafen auffielen.

Besonders schwer wiegt dabei, dass sich unter den Beteiligten Menschen befanden, denen Perry aufgrund ihrer beruflichen oder persönlichen Stellung vertrauen können sollte.

Natürlich trägt eine Suchterkrankung dazu bei, dass Betroffene mitunter Entscheidungen treffen, die für Außenstehende schwer nachvollziehbar sind. Doch gerade deshalb ist es so wichtig, dass ihr Umfeld nicht noch zusätzlich von ihrer Verletzlichkeit profitiert.

Für mich ist das einer der traurigsten Aspekte dieser Geschichte. Perry hatte über Jahrzehnte immer wieder versucht, seine Abhängigkeit zu überwinden. Er wusste selbst, wie gefährlich seine Erkrankung war, und hatte offen darüber gesprochen, wie viel sie ihn bereits gekostet hatte.

Dass sein Leben schließlich auf diese Weise endete, ist extrem traurig.

Dabei verzichtet die Dokumentation weitgehend darauf, Perry ausschließlich über seine Sucht zu definieren. Stattdessen entsteht durch die Erinnerungen seiner Wegbegleiter das Bild eines Menschen mit Humor, Talent, Schwächen und nie aufzugeben.

Auch die internationale Kritik hebt vor allem diese persönliche Herangehensweise hervor. Die Dokumentation wird weniger als sensationelle Enthüllungsgeschichte betrachtet, sondern vielmehr als ein liebevolles, gleichzeitig aber schonungsloses Porträt eines Menschen, dessen Leben von großen Erfolgen und schweren Rückschlägen geprägt war.

Bemerkenswert ist außerdem, dass die übrigen fünf Hauptdarsteller von Friends nicht für neue Interviews zur Verfügung standen. Stattdessen konzentriert sich die Produktion auf Familienmitglieder, langjährige Freunde und andere Menschen aus Perrys persönlichem Umfeld.

Das ist durchaus ein sinnvoller Ansatz. Schließlich kennen die meisten Zuschauer Matthew Perry bereits als Chandler Bing. Die Dokumentation möchte dagegen zeigen, wer er außerhalb dieser berühmten Rolle war.

Die Dokumentation lieferte keine besonders überraschende Erkenntnisse, da er dies bereits in seinem Buch niederschrieb, aber weil sie noch einmal deutlich macht, wie lange Perry mit seinen Problemen zu kämpfen hatte und wie tragisch sein Leben schließlich endete.

Wenn ich heute Friends anschaue, werde ich Chandler Bing sicherlich weiterhin genauso lustig finden wie früher. Aber gleichzeitig weiß man inzwischen, wie viel Schmerz sich zeitweise hinter dem Menschen verbarg, der diese Figur so wunderbar verkörperte.

The One About Matthew Perry ist deshalb eine sehenswerte Dokumentation für alle, die den Schauspieler nicht nur als Chandler Bing in Erinnerung behalten möchten.

Sie erzählt von einem Menschen, der Millionen andere zum Lachen brachte, während er selbst immer wieder um sein eigenes Leben kämpfen musste.

Und sie erinnert daran, wie wichtig es ist, Menschen mit Suchterkrankungen nicht nur zu verurteilen, sondern ihnen zu helfen und sie vor denen zu schützen, die ihre Abhängigkeit für eigene Zwecke ausnutzen.

Matthew Perry wird für viele immer Chandler Bing bleiben. Doch sein Leben war weit mehr als diese eine Rolle.

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