Alice in Borderland

Alice in Borderland (今際の国のアリス) ist eine japanische Science-Fiction-, Mystery- und Survival-Thriller-Serie, die seit Dezember 2020 auf Netflix zu sehen ist. Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Manga von Haro Aso, der zwischen 2010 und 2016 veröffentlicht wurde.

Regie führte Shinsuke Sato, der bereits durch verschiedene japanische Manga-Verfilmungen bekannt wurde. Die Musik stammt von Yutaka Yamada.

Die Hauptrollen übernehmen Kento Yamazaki als Ryōhei Arisu und Tao Tsuchiya als Yuzuha Usagi. Zum weiteren Ensemble gehören unter anderem Nijirō Murakami, Aya Asahina, Ayaka Miyoshi, Dori Sakurada, Sho Aoyagi, Riisa Naka und Keita Machida.

Die Serie umfasst drei Staffeln mit insgesamt 22 Episoden:

  • Staffel 1: 10. Dezember 2020 – 8 Episoden
  • Staffel 2: 22. Dezember 2022 – 8 Episoden
  • Staffel 3: 25. September 2025 – 6 Episoden

Die Handlung spielt größtenteils in einer verlassenen, bedrohlichen Version von Tokio, in der Menschen an tödlichen Spielen teilnehmen müssen, um am Leben zu bleiben.

Der Titel ist eine Anspielung auf Lewis Carrolls Alice im Wunderland. Nicht nur die Namen einzelner Figuren, sondern auch die Spielkarten und die ungewöhnliche Welt erinnern an die berühmte Geschichte.

Ryōhei Arisu ist ein junger Mann, der mit seinem Leben wenig anzufangen weiß. Er verbringt seine Zeit am liebsten mit Videospielen und hat weder beruflich noch privat eine klare Vorstellung von seiner Zukunft.

Gemeinsam mit seinen Freunden Karube und Chōta hält er sich eines Tages im belebten Stadtteil Shibuya in Tokio auf. Als die drei vor der Polizei flüchten und sich in einer öffentlichen Toilette verstecken, geschieht etwas vollkommen Unerklärliches.

Plötzlich ist Tokio menschenleer.

Die Straßen sind verlassen, Geschäfte stehen offen und von den Millionen Menschen, die eben noch die Stadt bevölkerten, fehlt jede Spur.

Zunächst versuchen die Freunde herauszufinden, was geschehen ist. Doch schon bald entdecken sie, dass sie nicht allein sind.

In dieser merkwürdigen Welt müssen Menschen an lebensgefährlichen Spielen teilnehmen. Wer ein Spiel verliert, stirbt. Wer gewinnt, erhält eine begrenzte Aufenthaltsgenehmigung, die sogenannte Visa-Zeit. Läuft diese ab, wird der Betroffene durch einen tödlichen Laser getötet.

Die Spiele werden durch gewöhnliche Spielkarten gekennzeichnet. Dabei steht jede Kartenfarbe für eine andere Art von Herausforderung:

  • Kreuz: Teamarbeit und Zusammenarbeit
  • Karo: Intelligenz, Logik und Strategie
  • Pik: Körperliche Fähigkeiten und Ausdauer
  • Herz: Psychologische Spiele, Vertrauen und Verrat

Die Zahl auf der Karte gibt den Schwierigkeitsgrad an.

Während Arisu versucht, die Regeln dieser Welt zu verstehen, begegnet er Usagi, einer erfahrenen Bergsteigerin, die gelernt hat, auch unter extremen Bedingungen zu überleben.

Gemeinsam kämpfen sie sich durch immer schwierigere Spiele und treffen dabei auf Menschen, die vollkommen unterschiedlich mit ihrer Situation umgehen.

Einige versuchen zusammenzuarbeiten, andere sind bereit, für ihr eigenes Überleben alles zu opfern.

Doch hinter den Spielen verbirgt sich ein wesentlich größeres Geheimnis.

Wer hat diese Welt erschaffen? Warum wurden ausgerechnet diese Menschen dorthin gebracht? Was geschieht mit den Verlierern? Und gibt es überhaupt einen Weg zurück?

Während die Teilnehmer versuchen, sämtliche Spielkarten zu sammeln, wird immer deutlicher, dass die Spiele selbst möglicherweise nur ein Teil eines viel größeren Rätsels sind.

Alice in Borderland gehört für mich zu den spannendsten Survival-Serien der vergangenen Jahre. Tatsächlich gefällt sie mir sogar besser als das ebenfalls erfolgreiche südkoreanische Squid Game.

Auf den ersten Blick besitzen beide Produktionen zahlreiche Gemeinsamkeiten.

Menschen müssen an lebensgefährlichen Spielen teilnehmen, deren Regeln zunächst einfach erscheinen. Doch schon ein kleiner Fehler kann tödliche Konsequenzen haben. Gleichzeitig entstehen Bündnisse, Freundschaften und Konflikte, weil jeder Teilnehmer um sein eigenes Überleben kämpft.

Trotzdem unterscheiden sich die beiden Serien für mich in einem ganz entscheidenden Punkt.

Bei Squid Game weiß man relativ früh, worum es geht.

Die Teilnehmer werden aufgrund ihrer finanziellen Probleme angeworben und treten gegeneinander an, um ein enormes Preisgeld zu gewinnen. Hinter den Spielen steht eine Organisation, die das Leiden der Menschen zur Unterhaltung wohlhabender Zuschauer nutzt.

Die eigentliche Spannung entsteht deshalb vor allem durch die Spiele selbst, die Entscheidungen der Teilnehmer und die gesellschaftliche Kritik.

Bei Alice in Borderland ist das anders.

Natürlich sind auch hier die Spiele spannend. Doch für mich waren sie nie das eigentliche Rätsel.

Viel interessanter fand ich die Frage, wo diese Menschen überhaupt gelandet sind und warum sie an diesen Spielen teilnehmen müssen.

Die Vorstellung, plötzlich in einer vollkommen menschenleeren Version von Tokio aufzuwachen, ist bereits unheimlich genug.

Wer steckt dahinter? Handelt es sich um einen Traum? Ein Experiment? Eine Simulation? Oder vielleicht sogar um etwas Übernatürliches?

Gerade weil man anfangs überhaupt nicht weiß, welche Erklärung hinter den Ereignissen steckt, wollte ich unbedingt weiterschauen. Und währenddessen vergisst man iwie alles.

Jede neue Information wirft weitere Fragen auf. Und selbst wenn die Figuren glauben, endlich etwas verstanden zu haben, stellt sich häufig heraus, dass die Wahrheit wesentlich komplizierter ist.

Natürlich funktionieren auch die eigentlichen Spiele hervorragend.

Besonders gelungen finde ich, dass sie nicht ausschließlich auf körperlicher Stärke beruhen.

Manche Aufgaben lassen sich nur durch logisches Denken lösen, andere erfordern Zusammenarbeit oder stellen das Vertrauen zwischen den Teilnehmern auf eine harte Probe.

Gerade die Herz-Spiele sind dabei besonders grausam.

Hier geht es häufig nicht darum, wer schneller, stärker oder intelligenter ist, sondern darum, wie gut Menschen miteinander umgehen können und was sie bereit sind zu tun, um selbst zu überleben.

Dadurch entstehen Situationen, in denen es nicht immer eine eindeutig richtige Entscheidung gibt.

Auch die unterschiedlichen Figuren tragen wesentlich zur Spannung bei.

Arisu entwickelt sich im Laufe der Geschichte von einem jungen Mann ohne wirkliche Perspektive zu jemandem, der Verantwortung übernimmt und versucht, nicht nur sein eigenes Leben zu retten.

Usagi ist dabei eine wichtige Bezugsperson, die ihm nicht nur körperlich, sondern auch emotional zur Seite steht.

Daneben gibt es zahlreiche interessante Nebenfiguren, deren unterschiedliche Persönlichkeiten und Überlebensstrategien die Geschichte bereichern.

Besonders spannend ist, dass man nie sicher sein kann, wem man tatsächlich vertrauen darf.

Manche Figuren wirken zunächst freundlich und hilfsbereit, verfolgen aber vollkommen andere Ziele. Andere erscheinen gefährlich oder egoistisch, zeigen später jedoch überraschend menschliche Seiten.

Und natürlich bedeutet eine wichtige Rolle noch lange nicht, dass eine Figur auch überleben wird.

Was mir besonders gefallen hat, ist die Art, wie die ersten beiden Staffeln ihre Geheimnisse aufbauen.

Die Spiele folgen bestimmten Regeln, die zunächst willkürlich erscheinen. Doch nach und nach erkennt man, dass hinter dem System eine größere Ordnung steckt.

Auch die Frage, weshalb die Teilnehmer überhaupt in dieser Welt gelandet sind, bleibt lange unbeantwortet.

Gerade das sorgt dafür, dass man nicht nur wissen möchte, wer das nächste Spiel überlebt, sondern auch, was die ganze Geschichte eigentlich bedeutet.

Und wenn man es erfährt kommt dieser große AAAAAAhhhhhhh Moment. Da war doch was.

Die dritte Staffel hätte man sich sparen können. Das Rätsel war gelöst. Und wieder gab es ein Baby das man in Gefahr brachte. Mit der Storyline bin ich nicht richtig warm geworden und auch die restlichen Rätsel um Borderland waren nicht das was ich mir erhofft hatte.

Die letzte Szene deutet außerdem an, dass die Borderland möglicherweise noch längst nicht alle ihre Geheimnisse preisgegeben hat.

Ob es tatsächlich eine weitere Fortsetzung braucht, ist für mich allerdings eine andere Frage. Wenn sie weg von dem persönlichen gehen hin zu dem was es in Staffel 1 und 2 war dann gern.

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